Aesop

EB 004, Fragm. G. 1

Aesopus Fabulae, latine

Dieses Fragment einer Äsop-Fabel stammt aus einem ursprünglich 12 Seiten umfassenden Druck im Quartformat aus der Werkstatt Jakob Thanners aus Leipzig, das sehr wahrscheinlich zwischen 1510 und 1512 in Fraktur gedruckt wurde, von dem sich allerdings nur vier Einzelseiten im Bestand der Dombibliothek Hildesheim erhalten haben (VD16 ZV 32659).

Fest steht, dass sich das Druckwerk im Bestand der Klosterbibliothek St. Godehard befunden hat. Unklar ist allerdings, wann und wie der Äsop Druck dort hingelangte.

Sehr wahrscheinlich ist jedoch, dass dieser Druck – wie in anderen Ordensgemeinschaften auch – im Rahmen des klösterlichen Unterrichts eingesetzt wurde. Unterstreichungen sowie Ergänzungen im beschriebenen Druck, die der Handschrift nach auf das frühe 16. Jahrhundert zu datieren sind, unterstützen diese These zur Gebrauchssituation. Im Allgemeinen wurden mittels der Äsop-Fabeln Übersetzungsübungen durchgeführt. Sie eigneten sich aber auch für die charakterliche und moralische Erziehung der Zöglinge und angehenden Mönche, sodass ihrem Einsatz im Unterricht vielerlei Beweggründe zugrunde liegen konnten.

Daneben ist belegt, dass die Fabeln auch als Predigtinhalt Verwendung fanden und eben daher vielfältige Einsatzzwecke im St. Godehard Kloster vermutet werden können.